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Gesellschaft für Informatik fordert erweiterte Risikoanalyse

Die elektronische Gesundheitskarte bietet Patienten und Leistungserbringern große Chancen. Gleichzeitig dürfen aber mögliche Risiken nicht verharmlost werden, sondern bedürfen einer sorgfältigen Analyse insbesondere im Hinblick auf den Datenschutz und das informationelle Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen. Zu diesem Schluss sind Fachleute aus Wissenschaft und Praxis auf einem von der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) und der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE (ITG) organisierten Forum auf der CeBIT gekommen.

"Die Gesundheitskarte darf insbesondere im Hinblick auf das Vertrauen in die Informationstechnik in Deutschland nicht zu einem ähnlichen Desaster wie der erste Versuch von Toll Collect werden", warnte GI-Präsident Matthias Jarke in Hannover. Dazu gehörten in einer differenzierten Risikoanalyse sowohl die sorgfältige technische Vorbereitung des Mammutprojektes als auch eine damit einhergehende detaillierte Aufklärung der Bevölkerung. "Die Politik ist hier gefragt, die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen und so die nötige Akzeptanz für die Gesundheitskarte zu schaffen", so Jarke.

Insbesondere vertrauenswürdige Datenschutzmechanismen und der selbstbestimmte Umgang mit den eigenen Daten seien die Grundvoraussetzungen für das Gelingen des Projektes, betonte Hartmut Pohl, Professor für Informationssicherheit an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg. "Es muss technisch gewährleistet werden, dass wirklich nur berechtigte Personen Zugriff auf die gespeicherten Daten erhalten", so Pohl - allerdings ist dies derzeit noch nicht ausreichend sichergestellt. Auch müsse ausgeschlossen werden, dass Patienten unter Zwang genötigt werden könnten, ihre Daten interessierten Stellen wie zum Beispiel Arbeitgebern offen zu legen.

Sofern datenschutzrechtliche Aspekte bei Zugriff und Speicherung der personenbezogenen Daten geklärt seien, böte die Gesundheitskarte große Chancen bei der Reform des Gesundheitswesens, so Jarke. Dies gelte sowohl in wirtschaftlicher wie in versorgungstechnischer Hinsicht: "Bei sorgfältiger Vorbereitung hat die Gesundheitskarte durchaus das Potenzial, ein großer Erfolg und damit ein Ausweis für die Innovationsfähigkeit Deutschlands zu werden."

Weitere Hintergrundinformationen finden Sie in einem Thesenpapier unter fileadmin/redaktion/Presse/gi-thesen-gesundheitskarte2005.pdf.
Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) ist eine gemeinnützige Fachgesellschaft zur Förderung der Informatik in all ihren Aspekten und Belangen. Gegründet im Jahr 1969 ist die GI mit ihren heute rund 24.500 Mitgliedern die größte Vertretung von Informatikerinnen und Informatikern im deutschsprachigen Raum. Die Mitglieder der GI kommen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Lehre und Forschung.

 


Bei Abdruck Belegexemplar erbeten. Vielen Dank!

 

siehe auch:

 

10. März 2005, Cornelia Winter, Tel. 0228/302-147

 

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53175 Bonn

Tel 0228/302-145 (Geschäftsstelle)

Fax 0228/302-167

 

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